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Kanalsanierungspflanzungsprojekt

Nun hab ich es doch noch gemacht. Ein weiteres wenn auch vergleichsweise kleines Herbstprojekt umgesetzt. Ungeplant ist immer am schönsten.

Vor unserem Haus, also straßenseitig, befindet sich ein gut 5 Meter breiter Streifen Land. Ursprünglich verlief hier eine Entwässerungsstraße, ein Graben von gut 3 Metern Breite. Das war weit vor unserer Zeit in unserem kleinen Nest, es soll rund 30 Jahre her sein. Seinerzeit wurde der Kanal verrohrt. Aus einem offenen Graben wurde ein Kanalsystem. Heute ein Abwasserkanal. Der Graben wurde mit allem was greifbar war verschüttet, Erde drauf, Rasen, fertig.

Quasi ein Anti-Renaturierungsprojekt. Rasen geht ja immer.

Der Landstreifen gehört der Gemeinde, allgemein darf man ihn „in Nutzung“ nehmen, wenn man ihn pflegt. Gepflegt wird er auch wenn man ihn nicht nutzt kein Stück. Die Anwohner kümmern sich jeweils darum. Aber Rasen? Pfui!

Rasen besitzt null Biodiversität, weder in der Erde noch oberhalb. Ich habe bisher noch keine Hummel entdeckt, die nen Grashalm lutscht.

Und im Garten ist er auch noch ein Resourcenloch, da alle Rasenfetischisten meinen, man müsse ihn ständig wässern damit er hübsch grün aussieht. Schlechter gehts kaum. Zurück zum Streifen vor der Tür.

Leider muss man damit rechnen, dass hier jederzeit weitere Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden und alles was man hier investiert zerstört wird. Höchst motivierend.

Nun wurde in diesem Sommer das Kanalsystem saniert. Der Bagger rollte an und hob Stück für Stück den Graben auf. Die Rohre waren undicht oder abgesackt oder eben beides.

Vor der „kleinen“ Baggeraktion wuchs hier eine gut dreißig Jahre alte Lingustahecke. Und 7 oder 8 große Hortensien, durch die Vorbesitzer gepflanzt. Dazu gibts auch eine Anekdote. Die besagten Hortensien wurden durch die Vorbesitzer gepflanzt. Ich denke das einzige Projekt, welches ich Ihnen positiv anrechnen würden, über den Müll und das „Know-How“ jener Bewohner habe ich ausreichend geschrieben.

Eines Tages, ich denke es war der erste Sommer, erhielt meine Frau einen Anruf. Die Vorbesitzerin war dran und sagte: „Da ihr ja anscheinend nicht in der Lage seid die Hortensien zu pflegen, wollte ich nur Bescheid geben, dass wir heute kommen und sie ausgraben und mitnehmen.“ Da meine Frau nicht ein Experte in Sachen Konfliktmanagement ist, rief sie mich an.

Ich saß natürlich mal wieder beim Fischen, es war geplant das Wochenende am Teich zu verbringen. 7,83 Promille hatte ich sicher auch schon, schließlich war bereits die 11 Uhr morgens Regel eingetroffen, es dufte konsumiert werden.

Ich erhielt also den Anruf. Ich mach es kurz. Ich rief unsere Vorbesitzerin an.

Ein kurzes Gespräch, die Worte wiederhole ich nicht. Aber sie hat sich seitdem nicht mehr hören lassen. Knapp 5 Jahre hält das gesegnete Stillschweigen. Ich habe wohl die richtigen Wörter gefunden. Hortensien waren gerettet. Bis zu diesem Sommer.

Das Baggerteam war nett, man gab Kaffee oder Cola aus, spendierte Eis aufgrund der enormen Hitze. Klönschnack gab es auch. Natürlich war ich besorgt, dass die bereits fertiggestellte Aufpflanzung auch der rechten Seite unserer Einfahrt ebenfalls weggebaggert wird. Also immer schön Kontakt halten dachte ich.

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Die rechte Seite der Auffahrt war in diesem Frühjahr gepflanzt worden.

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Und tatsächlich, mitten im angelegten Staudenbeet direkt an der rechten Seite der Auffahrt sollte sich ein Revisionsschacht befinden. „Da müssen wir ran!“

Da ich meine Pistole nicht fand, konnte ich nichts dagegen machen. Ich suchte den Deckel der Revision und fand ihn auch. Pflanzte die Stauden in diesem Bereich aus und im Garten wieder ein um sie „zu parken“. Natürlich wurde alles um den Deckel herum brutal mit Missachtung gestraft. Es war zum Heulen.

„Der Deckel muss dann in Zukunftimmer offen bleiben“. Herrlich, so ein Betondeckel mitten im Beet. Natürlich wird das nicht passieren. Kommendes Frühjahr wird hier Erde aufgebracht und bepflanzt.

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Jetzt im Herbst sieht man ihn kaum, doch im Frühjahr vor dem Austrieb der Pflanzen wird es unromantisch.

Durch den täglichen Schnack beim Einsteigen ins Auto erfuhr ich jeden Tag, das noch ein wenig weiter gebaggert werden müsse, man hätte das Leck noch nicht entdeckt.

Am Ende war alles weg, die Hecke, die weitere Hecke, noch eine Hecke, die Hortensien. Nach der Instandsetzung wurde die ausgebaggerte Erde wieder verfüllt, die reichlich vorhandenen Rhizome der Ackerwinden wurden kräftig durchgemischt im gesamten Teil der betroffenen Fläche verteilt. Ein Traum.

Rasen wurde nicht eingesät. Und die Massen an altem Straßenbelag, Klinkersteine und Betonfelsen wurden ebenfalls auf der Oberfläche hinterlassen. Sie waren aus den tiefen des alten Grabens emporgebaggert worden.

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So wurde der Bereich nach dem Baggern hinterlassen. Es wuchsen sogar 3 oder 4 Tomatensträucher von beachtlicher Höhe. Wie auch immer die hier hingekommen sind. 

Damals, im Sommer, war ich der Annahme das hier noch etwas passiert. Seitens des Bauunternehmens. Nach einem ernüchternden Gespräch mit dem Bürgermeister wusste ich, dass keine weiteren Arbeiten und Verbesserungen stattfinden würden. Zumindest keine Zufriedenstellenden.

Da die Fläche jederzeit erneut aufgebaggert werden könnte, fragte ich mich inwiefern es überhaupt Sinn macht hier Hand anzulegen.

Gehölze waren tabu, das wusste ich. Wie treffend, dass ich Stauden liebe.

Also kurz eine Art Friesenwall als Beetfläche gebaut, denn die Carportfläche dahinter ist etwa 30cm höher als die Rasenfläche davor. Muttererde bestellt und verfüllt. Das ganze auf einem Filtervlies, so habe ich Hoffnung, dass die darunter in Massen vorhandene Ackerwinde ihren Weg nicht in das neue Beet findet.

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Die neue, erhöhte Beetfläche wurde mit einem durchwuchsfestem Vlies gegen mein Liebling die Ackerwinde geschützt. Immerhin knapp 20 Kubikmeter Erde fasste das neue Beet.

Die Restrasenfläche wurde geebnet und gefräst. Unrat abgesammelt. Zig Schubkarren von Steinbruch, Asphalt und Betonklumpen wurden entsorgt.

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Pflanzen bestellt und gesetzt, hunderte Geophyten folgten. Ein Inselbeet auf dem davor gesäten Rasen sollte die langweilige Fläche etwas auflockern.

Hier befinden sich auch zwei Installationsschränke: Der Hausanschlussschrank der Stadtwerke und eine riesige Pumpenanlage für das Abwasser.

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Natürlich muss beides immer zugänglich sein. So habe ich den Elektroschrank mit hohem Pennisetum alopecuroides umpflanzt. Der Pumpenstation werde ich mich im kommenden Frühjahr widmen. Ich bin auch das Frühjahr gespannt. Und wie lange ich mich am Beet erfreuen darf bis die Bagger wieder rollen.IMG_2963

Auf der linken Seite unseres Hauses wird in zwei Jahren ein etwa 130qm großer, eingeschossiger Anbau in Holzbauweise entstehen. Mal sehen ob dann nicht sowieso alles wieder raus muss, denn das Fundament muss gerammt werden. Derartige Rammen sind nicht die kleinsten Fahrzeuge. Abwarten. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht.

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